Formate der Aufarbeitung

Wie arbeitet die Kommission auf?

Im Mittelpunkt der Arbeit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs stehen vertrauliche Anhörungen und schriftliche Berichte von heute erwachsenen Betroffenen sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend. Damit will die Kommission eine Möglichkeit schaffen, Zeugnis abzulegen und eigene Erfahrungen mitzuteilen. Aus den Berichten ergeben sich Schwerpunktthemen. Die Kommission vertieft diese Themen in nicht öffentlichen Werkstattgesprächen und trägt die Erkenntnisse durch öffentliche Hearings und Fachtagungen in die Gesellschaft. Sie berichtet regelmäßig von ihrer Arbeit. Erste Ergebnisse sind im Bilanzbericht 2019 sowie in Fallstudien und Expertisen veröffentlicht.

Im Zentrum der Arbeit stehen die Betroffenen und ihre Erlebnisse in der Kindheit. Die Kommission will sichere Räume öffnen, die das Erzählen über Erfahrungen sexuellen Missbrauchs in der Familie, im Sportverein, in einem Heim oder einem Internat möglich machen.

Sabine Andresen, Vorsitzende der Kommission

Öffentliche Hearings

Die Kommission diskutiert gemeinsam mit Betroffenen über Erkenntnisse aus den Anhörungen und Berichten in öffentlichen Hearings. Weitere Expertinnen und Experten, Gäste aus Politik, Verantwortliche aus Institutionen und alle, die sich für das jeweilige Thema interessieren, sind eingeladen miteinander über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Die öffentlichen Hearings werden per Live-Stream übertragen und behandelten bisher folgende Themen:

Vier Personen sprechen miteinander auf einem Podium vor einem großem Publikum.
  1. Sexueller Missbrauch im familiären Kontext
  2. Sexueller Kindesmissbrauch in der DDR
  3. Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
  4. Sexueller Kindesmissbrauch im Sport

Werkstattgespräche

Werkstattgespräche sind nicht öffentliche Fachgespräche, bei denen sich die Kommission mit Betroffenen und weiteren Expertinnen und Experten vertiefend zu bestimmten Themenschwerpunkten austauscht.
Hier möchte die Kommission auch Erfahrungen von Menschen, die bereits Aufarbeitungsprojekte durchgeführt haben, kennenlernen und in ihre eigene Arbeit mit einbeziehen.

Die bisherigen Werkstattgespräche behandelten die folgenden Themen:

Eine Gruppe von Menschen sitzt um einen Tisch herum und spricht miteinander. Unter ihnen befinden sich auch Mitglieder der Kommission.
  1. Anhörungen
  2. Archiv und Recherche
  3. Analyse und Dokumentation
  4. Sexueller Kindesmissbrauch in rituellen und organisierten Gewaltstrukturen
  5. Verantwortung von Institutionen
  6. Sexueller Kindesmissbrauch an Menschen mit Behinderung
  7. Sexueller Kindesmissbrauch beim Sport
  8. Sexueller Kindesmissbrauch und Schule

Forschungsprojekte & Studien

Es fehlt an Wissen über gelingende Aufarbeitung sowie darüber, wie Kinder und Jugendliche ausreichend geschützt werden können und wie Betroffenen in Zukunft besser geholfen werden kann. Dazu will die Kommission auch über eigene Forschungsprojekte einen Beitrag leisten. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit werden ausgewählte vertrauliche Anhörungen und schriftliche Berichte ausgewertet. Teilweise erfolgen zusätzliche Erhebungen zu ausgewählten Themen, z.B. über Fragebögen oder Interviews.
Darüber hinaus gibt die Kommission Fallstudien und externe Projekte in Auftrag, die zum Teil ebenfalls Erkenntnisse aus den vertraulichen Anhörungen und schriftlichen Berichten gewinnen. Sie bieten der Kommission eine wichtige Grundlage für ausgewählte Schwerpunkte.

Zu den Forschungsprojekten & Studien

Fallstudien & Expertisen

Fachveranstaltungen


Einzelnen Themenschwerpunkten widmet sich die Kommission in Fachveranstaltungen wie Tagungen oder Fachgesprächen. Diese werden zum Teil gemeinsam mit Institutionen umgesetzt, die sich in verschiedenen Bereichen mit Aufarbeitung beschäftigen.

Tagung „Was ist Aufarbeitung? Rechte und Pflichten zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Institutionen“

Fachgespräch „Eckpunkte Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Institutionen“

Tagung „Archive und Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“