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Über 2.000 Menschen haben der Kommission seit 2016 als Betroffene oder Zeitzeug*innen über sexuellen Missbrauch in Kindheit und Jugend erzählt. Viele in schriftlichen Berichten, noch mehr aber in den mündlichen Anhörungen. Vielen Menschen tut es gut, sich der Kommission anzuvertrauen. Mit dem Einverständnis der Betroffenen veröffentlichen wir hier einige Rückmeldungen.

Die Atmosphäre war sowohl empathisch als auch professionell.
Betroffene

„Das Meeting habe ich als äußerst wohltuend empfunden. Die von den beiden Anhörungsbeauftragten geschaffene Atmosphäre war sowohl empathisch als auch professionell. Ihre Expertise und die gezielten Fragestellungen trafen in vielen Punkten den Kern, während gleichzeitig Raum für einen freien Gedankenfluss und die Emotionen des Interviewten blieb. Diese ausgewogene Balance habe ich als gelungen empfunden. Auch im Nachhinein bin ich sehr zufrieden damit, den Schritt zur Aufzeichnung des Gesprächs unternommen zu haben. Dies hat mir nicht nur persönlich geholfen, sondern könnte mich sogar dazu veranlassen, mich als ‚Botschafterin‘ auf diesem Gebiet zu sehen. Dies bedeutet, öffentlich über das Thema zu sprechen, solange es der Prävention und Sensibilisierung dient und die Kommission für Aufklärung einen Bedarf sieht.“

Der zeitliche Rahmen war genau richtig geplant.
Betroffene

„Ich habe mich zu keiner Zeit unwohl oder unsicher gefühlt. Die beiden Anhörungsbeauftragten machen das wirklich toll und auch die Räumlichkeiten und der Ablauf sind sehr angenehm. Dass mich mein Assistenzhund begleiten konnte, war eine große Erleichterung. Und wie man gesehen hat, war der zeitliche Rahmen auch genau richtig geplant. Mein Hund hat ja dann deutlich angezeigt: ‚Es ist genug, wir gehen. Jetzt!‘ :-)“

Bei der Kirche erlebte und erlebe ich viele ‚Stolpersteine‘, um es dezent auszudrücken. Die Erfahrungen mit Ihnen heben sich deutlich positiv davon ab.
Betroffener

„Ich habe alles so empfunden, wie es im Dokument „Geschichten die zählen“ auch beschrieben ist: Mir wurde zugehört, ich habe mich verstanden gefühlt, mir wurde geglaubt und es war eine große Erleichterung, dies erfahren zu haben. Dieses uneingeschränkte „mir glauben“ hat eine sehr starke, berührende und auch stärkende Wirkung. Diese Erfahrung mit Ihnen ist wie ein in meinem Leben spätes Netz, welches mich auffängt und mir Vertrauen in eine gute und gerechte Welt/Gesellschaft schenkt; so möchte ich es gerade ausdrücken. Und ich glaube, dass Sie und die Kommissionsmitglieder mit meinen wenigen Worten verstehen, was ich meine und wie wertvoll diese Kommission mit all den Menschen ist, die sich dafür engagieren. Auch den Ausdruck „Geschichten die zählen“ empfinde ich als sehr sensibel, aussagekräftig und gelungen. Denn er sagt auch aus, dass die Geschichten zählen, Bedeutung haben und sie nicht nur erzählt werden. Die Erfahrung mit Ihnen passt auch konsequent in mein Engagement, dieses Thema mit Mitteln der Kunst in die Welt zu tragen. Bei der Kirche erlebte und erlebe ich viele „Stolpersteine“, um es dezent auszudrücken. Die Erfahrungen mit Ihnen heben sich deutlich positiv davon ab.“

Ich habe das Paket ablegen  können. Es hat seinen Empfänger gefunden, seinen Platz unter allen anderen Geschichten.
Betroffene

„In meinem Tagebuch hab ich in der Nacht nach der Anhörung eingetragen, was in mir passiert ist in diesem Gespräch. Ich habe den Rucksack/das Paket ablegen  können. Es hat seinen Empfänger gefunden, seinen Platz unter allen anderen Geschichten; dort wird es nicht vergessen sein. Ich aber muss es nicht mehr schleppen. Dafür fühle ich große Dankbarkeit. Ich weiß, wo es ist, das macht etwas gut in mir. Einen würdigen Platz, an dem viele andere Mädchen und Frauen, Jungen und Männer sich die Hand reichen und ihre Würde wieder spüren; denn sie war ja „nur“ unter der Opferrolle begraben, nie ganz weg. Ich danke Ihnen sehr für Ihre Zeit des aktiven Zuhörens, Ihren Mut, die schlimmen Schicksalspakete – auch meines – tragen zu helfen und die Rolle des Empfängers einzunehmen, um sie dann in den Archiven einzupflegen.“

Ich wollte lange Zeit bei der Aufarbeitung meine Ursprungsfamilie außen vor lassen, anstatt die Schuld dorthin abzulegen, wo sie hin gehört.
Betroffene

„Es tut so gut, verstanden zu werden mit dem ganzen Missbrauchsproblem bzw. den Folgen des Missbrauchs. Es ist interessant und zugleich bedrückend zu hören, dass fast 70 Prozent der Betroffenen, die sich bei Ihnen melden, sexualisierte Gewalt in ihren Familien erfahren haben. Die Dunkelziffer dürfte vermutlich noch um einiges höher liegen. Das Traurige ist, dass man als Betroffene lange mit Schuld- und Schamgefühlen zu kämpfen hat und sich dann später auch für die eigene Familie schämt, in der sowas passiert ist. Und ich wollte lange Zeit bei der Aufarbeitung meine Ursprungsfamilie außen vor lassen, sie nicht belasten! Anstatt die Schuld dorthin abzulegen, wo sie hin gehört. Auch meinen Eltern gegenüber, die weggeschaut haben und mich nicht beschützt haben, konnte ich lange nicht böse sein. Ich finde es so toll und ich danke Ihnen sehr, dass Sie und Ihr ganzes Team sich um dieses große Problem Gedanken machen und sich überlegen, wie man Vorsorge treffen kann.“

Wenn du einem Menschen Mut geben kannst, nicht aufzugeben, ist das gut.
Betroffener

„Ich hab irgendwann gedacht, (…) wenn Du das schaffst das zu erzählen, wenn Du einem helfen kannst, wenn Du einem Menschen Mut geben kannst nicht aufzugeben, und nicht zu denken, dass man es nicht verdient hat zu leben, oder dass man nur Schuld ist, dann ist das gut.“

Das ist wie eine Verifizierung des Ganzen.
Betroffene

„Es geht mir darum, für mich festzuhalten, dass meine Geschichte wahr ist. (…) Das ist wie eine Verifizierung des Ganzen, wenn ich das jetzt erzähle und mir geglaubt wird, das hilft mir, das Ganze zu verfestigen , das hilft mir, (…) Bestätigung zu kriegen (…) ich glaube, dass das ein letzter guter Baustein ist, den Boden unter meinen Füßen stabiler zu machen.“

Ich wende die Not nach außen, und brauche sie nicht mehr innen tragen.
Betroffener

„Aus meinem Umfeld kam ein Kommentar, dass die Öffnung der Kommission gegenüber sehr mutig gewesen sei. Mag sein, dass die Handlung so erscheint, doch mehr noch war sie notwendig. Wie das Wort schon sagt – ich wende die Not nach außen, und brauche sie nicht mehr innen tragen. Mit meiner Genehmigung der Veröffentlichung wird mein Erleben zum Baustein eines Mahnmales. Ein Mahnmal, was nicht groß genug gebaut werden kann.“

Jetzt ist meine Geschichte Teil der Geschichte, nicht mehr nur Stein im Magen.
Betroffene

„Schon lange wollte ich Ihnen sagen, wie froh ich bin, mit Ihnen gesprochen zu haben. Tatsächlich war die Anhörung so, wie ich es erhofft hatte: eine Art Magie. Ich habe zwar keine Nadeln in eine Puppe gespießt und diese anschließend verbrannt. Aber ich habe meine Erlebnisse, Gedanken, Gefühle in Ihre so weit offenen Ohren und dadurch in die Welt geworfen. Jetzt ist meine Geschichte ein Teil der Geschichte – nicht mehr nur in mir als Stein im Magen, Kloß im Hals, Bilder oder Filmfetzen im Kopf. Ich fühle mich wohler seitdem. Und dann kam kurz vor Weihnachten der Brief mit Ihren so freundlichen Zeilen und dem Schreiben der Kommission ins Haus. Der erste Moment mit der Urkunde war befremdlich. Aber jetzt ist sie so wichtig für mich geworden. Es gibt ja sonst keine Gegenstände, die für diesen Teil des eigenen Lebens stehen! Die grüne Mappe ist auch die Vergewisserung, dass ich es wirklich – nach langer, langer Zeit – vollbracht habe, darüber zu sprechen. Vielen Dank für die Gelegenheit zur Anhörung bei der Kommission. Sie repräsentiert für mich die ernsthafte, fürsorgende, hochherzige und ehrbarste Seite des Staates. Und danke, dass Sie da waren, danke für Ihre Geduld, Zugewandtheit und dass Sie das alles aushalten. Die Anhörung hat mich ermutigt. Nun will ich mich weiter von der Vergangenheit entfesseln und die nächsten Schritte in die Aufarbeitung machen.“

Ich habe mich gefreut, wie Sie mitfühlen.
Betroffener

„Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für Ihr Schreiben/Antwort. Ich habe mich sehr über Ihre Worte gefreut und auch über die Tatsache, wie Sie diese/meine Geschichte wahrnehmen – analysieren – mitdenken -mitfühlen. Dieses können aus meiner Sicht nämlich nur diejenigen, die selbst solches Leid, oder Ähnliches, erfahren mussten. Es gilt, in Zukunft zu erkennen, wie solches Leid unterbunden werden kann, so gut es geht. Betroffenen den Weg zu ebnen, sich zu trauen – motivieren, sich zu öffnen. Dazu werde ich in Zukunft meinen kleinen Teil beitragen. Gewalt hat keinen Platz, in welcher Form auch immer.“

Eine Erfahrung, die ich zu 100% weiterempfehlen kann.
Betroffener

„Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte, und die ich zu 100% weiterempfehlen kann. Danke für die sehr professionelle Durchführung.“

Ich konnte sehr ruhig zu dem Termin mit Ihnen fahren.
Betroffene

„Ihre Mappe [das Dankeschreiben der Kommission nach der Anhörung, d. Red.] ist für mich wichtig gewesen. Ich halte diese Arbeit für so grundlegend. Als ich in den Tagen vor der Anhörung immer mehr Angst entwickelte bezogen darauf, wem ich da überhaupt was erzähle und was Sie [die Anhörungsbeauftragte, d.Red.] darüber denken könnten, habe ich mich (so macht man das ja heutzutage) mit Ihrer Person beschäftigt und konnte viel darüber lesen, wie sie sich in ihrer Arbeit für Opfer einsetzten. Opferschutz im Sinne der Prävention, aber auch darin, wie die Gesellschaft mit Opfern umgehen will – das ist mir wichtig. Als Gesellschaft sollten wir uns damit ethisch immer wieder auseinandersetzten. Wie wir uns positionieren, jeder einzelne. Und zuhören, was die Menschen, die es betrifft, denn wirklich brauchen. So habe ich Sie wahrgenommen – und so konnte ich für meine Verhältnisse sehr ruhig und auch überhaupt zu dem Termin mit Ihnen fahren.“

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"Geschichten die zählen" zwischen zwei stilisierten Kommata auf blassgrünem Hintergrund mit einigen fliegenden Vögeln

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Auf dem Portal www.geschichten-die-zählen.de hat die Unabhängige Kommission Erfahrungsberichte betroffener Menschen versammelt. Mehr als 110 Personen erzählen von Missbrauch in der Familie, in Heimen, der Schule, Sportvereinen und weiteren Kontexten.

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