Über uns

Erfahren Sie, wie die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindsmissbrauchs arbeitet, was ihre Aufgaben und Ziele sind, wer zu den Mitgliedern der Kommission gehört, mit wem die Kommission zusammenarbeitet und an welchen Themen sie forscht.

Aufgaben

Die Kommission untersucht sämtliche Formen sexuellen Kindesmissbrauchs in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR ab 1949. Dazu zählt z.B. sexuelle Gewalt in Institutionen, in Familien, im sozialen Umfeld, durch Fremdtäter und Fremdtäterinnen oder im Rahmen von organisierter sexueller Ausbeutung. Mit Institutionen sind alle Einrichtungen gemeint, in denen sich Kinder und Jugendliche während sie aufwachsen aufhalten können, z.B. Schule, Sportverein oder Einrichtungen der Kirchen.

Ziele

Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuell missbraucht wurden, sollen die Möglichkeit erhalten, auch nach Jahren über das erlebte Unrecht zu sprechen oder schriftlich davon zu berichten. Dadurch sollen sie die Erfahrung machen können, dass ihr Leid anerkannt wird. Auch wenn die Taten strafrechtlich oft verjährt sind, können die Folgen des sexuellen Kindesmissbrauchs im Leben der Betroffenen auch viele Jahre später noch spürbar sein. Darum ist die Möglichkeit sich mitzuteilen wichtig.

Wir haben als Betroffene lange in Deutschland um eine Aufarbeitungskommission gekämpft. Die Geschichten der Betroffenen werden etwas bewirken.

Matthias Katsch, Mitglied der Kommission

Wie ist die Kommission organisiert?

Mitglieder der Kommission

Die Kommission besteht aus sieben Mitgliedern. Sie sind Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen. Die Vorsitzende ist Sabine Andresen.

Alle Kommissionsmitglieder

Anhörungsbeauftragte

Die Kommission wird von 20 Anhörungsbeauftragten in ganz Deutschland unterstützt, die vertrauliche Anhörungen durchführen.

Alle Anhörungsbeauftragte

Kommissionsmitglieder
Die Komissionsmitglieder von links nach rechts: Heiner Keupp, Matthias Katsch, Christine Bergmann, Brigitte Tilmann, Sabine Andresen (Vorsitzende), Peer Briken, Barbara Kavemann

Büro der Kommission

Die Kommission wird durch ein Büro unterstützt. Die Mitarbeitenden des Büros begleiten und beraten die Kommission bei ihrer Arbeit in den Bereichen Justiz, Politik, Wissenschaft, Verwaltung sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Unabhängiger Beauftragter

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, hat die Kommission 2016 eingesetzt. Grundlage dafür waren ein Beschluss des Deutschen Bundestages aber auch die langjährige Forderung von Betroffenen nach einer Kommission, die sexuellen Kindesmissbrauch unabhängig untersucht.

Zur Internetseite des UBSKM

Wie arbeitet die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindsmissbrauchs?

Für die Arbeit der Kommission sind die Geschichten betroffener Menschen zentral. Die Mitglieder der Kommission hören ihnen zu oder lesen, was sie ihnen schreiben. Damit wollen sie Betroffenen und anderen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie Eltern, sonstigen Verwandten, Freundinnen und Freunden, Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit geben, sich jenseits von Therapieräumen, Institutionen oder Gerichtssälen mitzuteilen, auch wenn das erlebte Unrecht schon verjährt ist.

Es gibt verschiedene Formate, mit denen die Kommission die unterschiedlichen Bereiche sexuellen Kindesmissbrauchs untersucht:

• Vertrauliche Anhörungen von Betroffenen sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, bundesweit und dezentral
• Auswertung schriftlicher Berichte von Betroffenen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen
• Öffentliche Hearings zu Schwerpunktthemen
• Expertengespräche und Fachveranstaltungen
• Fallstudien und Expertisen
• Forschungsprojekte

Betroffenenbeteiligung

Die Geschichten betroffener Menschen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen sind für die Arbeit der Kommission zentral. Über die Anhörungen und Berichte hinaus beteiligen sich Betroffene auch an anderen Formaten der Aufarbeitung.

Mehr über die Beteiligung Betroffener

Forschung

Einzelne Mitglieder der Kommission forschen zu bestimmten Bereichen sexuellen Kindesmissbrauchs. Die Kommission gibt aber auch Studien an andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Auftrag.

Zu den Forschungsprojekten & Studien

Warum gibt es die Kommission?

Historie & Beauftragung

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs wurde am 26. Januar 2016 vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs berufen. Die Grundlage dafür war ein Beschluss des Deutschen Bundestags vom 2. Juli 2015. Die Einrichtung einer Kommission, die sexuellen Kindesmissbrauch in Deutschland unabhängig aufarbeitet, war seit Jahren eine zentrale Forderung von Betroffenen und anderen Expertinnen und Experten.

Die Arbeit der Kommission war zunächst bis zum 31. März 2019 begrenzt. Am 12. Dezember 2018 wurde sie durch das Bundeskabinett um weitere fünf Jahre, bis Ende 2023, verlängert.

Hier erfahren Sie mehr über die Beauftragung der Kommission.

Wer berichtet der Kommission?

Zur Grafik rechts „Verteilung Betroffene, Angehörige, Zeitzeugen“:
1197 vertrauliche Anhörungen und schriftliche Berichte wurden im Juni 2020 ausgewertet. Davon stammen die meisten ( 92%) von Betroffenen. Aber auch Angehörige (5%) und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen (3%) haben der Kommission über sexuellen Kindesmissbrauch berichtet.

Die Grafik „Verteilung Betroffene, Angehörige, Zeitzeugen“ zeigt dass von allen Anhörungen und Berichten 92% von Betroffenen, 5% von Angehörigen Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs und 3% von Zeitzeugen kamen.
Stand Juni 2020