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Was wir tun

Wir untersuchen sämtliche Formen von sexuellem Kindesmissbrauch in der Bundesrepublik Deutschland und in der ehemaligen DDR. Darunter fällt zum Beispiel Missbrauch in Institutionen, in Familien, im sozialen Umfeld, durch Fremdtäter oder im Rahmen von organisierter sexueller Ausbeutung. Wir wollen Ausmaß, Art und Folgen der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche aufzeigen und damit eine breite politische und gesellschaftliche Debatte zu einem Thema anstoßen, das noch immer tabuisiert wird.

Zuhören, statt wegzusehen

Wir werden Menschen anhören, die sexuellen Missbrauch in Kindheit oder Jugend erlebt haben und möchten somit die Möglichkeit schaffen, auch verjährtes Unrecht mitzuteilen. Zudem werden wir Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie zum Beispiel Eltern, sonstige Verwandte, Lehrerinnen oder Lehrer von Betroffenen anhören. Mit ihrer Hilfe wollen wir aufdecken, wodurch sexuelle Gewalt in der Kindheit ermöglicht wird und herausfinden, was Hilfe und Intervention verhindert hat. Wir müssen herausfinden, was Politik und Gesellschaft verändern müssen, damit Kinder und Jugendliche in Zukunft besser vor Missbrauch geschützt sind.

Wir wollen dazu beitragen, dass das Unrecht und Leid anerkannt werden, das Betroffenen sexuellen Missbrauchs widerfahren ist.

Mit Hilfe von Betroffenen und Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wollen wir in der Gesellschaft etwas ändern. Aus unseren Erkenntnissen können wir Handlungsempfehlungen an die Politik ableiten und in die gesellschaftliche Debatte einbringen. Was sich ändern muss, damit sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen zukünftig besser verhindert wird, ist eine zentrale Frage der Aufarbeitung.

Wir werden regelmäßig von unserer Arbeit berichten und über Ergebnisse von Anhörungen, Zeitzeugengesprächen, öffentlichen Hearings und Fachveranstaltungen informieren.

Das ist unser Grundverständnis:

  • Wir hören Ihnen zu und glauben Ihnen.
  • Wir verstehen, wenn die Beschreibung Ihrer Erfahrungen Sie belastet.
  • Wir beurteilen Sie nicht.
  • Wir sagen Ihnen ehrlich, was wir tun können und was nicht.
  • Wir versprechen Ihnen, dass Sie anonym bleiben, auch dann wenn Ihre Erfahrungen zusammengefasst veröffentlicht werden.
  • Jede Geschichte von Ihnen ist individuell.
  • Mit der Aufarbeitung wollen wir eine größere Geschichte in die Gesellschaft tragen.

Die Kommission ist in ihrer Arbeit unabhängig. Als Kommissionsmitglieder arbeiten wir ehrenamtlich.

Anhörungsteam

Wegen der Ehrenamtlichkeit unserer Tätigkeit können wir nur einen Teil der Betroffenen selbst anhören. Weitere vertrauliche Anhörungen erfolgen deutschlandweit in größeren Städten durch unser Anhörungsteam. Mitglieder dieses Teams sind Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die wir vor allem nach ihrer Eignung zum Umgang mit Betroffenen ausgewählt haben. Unsere Anhörungsbeauftragten werden die Gespräche nach den von uns erarbeiteten Leitlinien führen und dokumentieren. Wie wir selbst arbeiten sie eng mit Beratungsstellen für Betroffene zusammen, die bei Bedarf vor Ort eine psychosoziale Unterstützung gewährleisten. Sämtliche Berichte werden von uns gelesen und in unsere Arbeit als Kommission einfließen.

Die Kommission wird darüber hinaus durch ein Büro unterstützt.

© Copyright - Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs 2016