Kirchen und sexueller Kindesmissbrauch

Betroffene sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs von sexueller Gewalt, aber auch von Vertuschung und Schweigen innerhalb der evangelischen und katholischen Kirche.

Der lange Weg der Aufarbeitung

Im Zusammenhang mit dem sogenannten Missbrauchsskandal im Jahr 2010 wurden die Stimmen Betroffener der katholischen Kirche erstmals in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Für die Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland war dies ein entscheidendes Ereignis. Seither finden Betroffene immer mehr Gehör – auch aus der evangelischen Kirche.
Die beiden großen Kirchen unterscheiden sich sowohl in den Tatorten als auch in den Gelegenheitsstrukturen, die den Missbrauch ermöglichen.

Infografik mit Zahlen der Anhörungen und Berichte aus dem Bereich evangelische Kirche: 28 Anhörungen und 15 Berichte.
Infografik mit Zahlen der Anhörungen und Berichte aus dem Bereich katholische Kirche: 43 Anhörungen und 23 Berichte.

Vertrauliche Anhörungen & schriftliche Berichte

109 Betroffene sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen haben sich bisher bei der Kommission gemeldet und über die Erfahrung von sexuellem Kindesmissbrauch im Zusammenhang mit den Kirchen berichtet (Stand Juni 2020).

Das ist keine Aufarbeitung, das ist auch kein Wille zur Aufarbeitung. Das ist einfach nur der Versuch,
möglichst nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen, was Mitarbeiter der Kirche Menschen angetan haben.

Betroffener

Die Erkenntnisse der Kommission zum Schwerpunkt Kirchen

Sexueller Kindesmissbrauch in der evangelischen und katholischen Kirche war einer der Schwerpunkte der ersten Laufzeit der Kommission. Die Thematik wird auch in der zweiten Laufzeit fortgesetzt. Die bisherigen Erkenntnisse aus den vertraulichen Anhörungen, schriftlichen Berichten, Werkstattgesprächen und dem öffentlichen Hearing hat die Kommission in verschiedener Form veröffentlicht.

Fallstudie

Die Fallstudie „Sexueller Kindesmissbrauch im Kontext der evangelischen und katholischen Kirche“ enthält eine Auswertung von vertraulichen Anhörungen und schriftlichen Berichten von Betroffenen.

Zur Fallstudie

Empfehlungen

Mit den Empfehlungen der Kommission liegen erstmals übergreifende Kriterien für eine gelingende Aufarbeitung in Institutionen vor. Diese bieten auch eine Orientierung für Betroffene für den eigenen Aufarbeitungsprozess.

Zum Empfehlungspapier

Bilanzbericht

Im April 2019 hat die Kommission den Bilanzbericht ihrer ersten Laufzeit vorgelegt und darin auch Erkenntnisse zu den Kirchen veröffentlicht.

Zum Bilanzbericht

Öffentliches Hearing

Das 3. Öffentliche Hearing der Kommission zum Thema „Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs“ fand im Juni 2018 in Berlin statt.

Zur Meldung
Ein Mann und eine Frau sprechen jeweils in ein Mikrofon. Sie heißen Martin Schmitz und Brigitte Tilmann.

Stellungnahme zu den Ergebnissen der „MHG-Studie“

Die Kommission fordert eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung in der katholischen Kirche.

Zur Stellungnahme

Stellungnahme zur Erklärung der Bischöfe auf die „MHG-Studie“

Die Kommission kritisiert die deutschen Bischöfe für ihre Reaktion auf die Studienergebnisse und fordert einen anderen Umgang mit Betroffenen.

Zur Stellungnahme

Stellungnahme zur Aufarbeitung in der evangelischen Kirche

Anlässlich der Synode in Würzburg im November 2018 weist die Kommission die evangelische Kirche auf ihre Verantwortung zur Aufarbeitung hin.

Zur Stellungnahme

Werkstattgespräche

Die Kommission hat bisher zwei Werkstattgespräche zum Schwerpunktthema Kirchen durchgeführt: