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Stellungnahme zur MHG-Studie

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In ihrer Stellungnahme beurteilt die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs die Forschungsergebnisse der Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (MHG-Studie) als wichtig für ihre eigene Arbeit. Sie bestätigen die Berichte von Betroffenen aus den Anhörungen vor der Kommission und beim 3. Öffentlichen Hearing "Kirchen und ihre Verantwortung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs" im Juni 2018 in Berlin.

Die MHG-Studie verweist darauf, dass die Erkenntnisse über strukturelle Möglichkeiten zum Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche, das Ausmaß und die Strategien der Vertuschung sowie die Verantwortungs- und teilweise Respektlosigkeit im Umgang mit Betroffenen nun nach einer umfassenden unabhängigen Aufarbeitung verlangen.

Die Befunde der Studie zeigen auf, dass vor allem die innerkirchlichen Machtstrukturen den Schutz der Kinder und die Rechte der Betroffenen untergraben. Darum hält die Kommission eine konsequente Analyse täterfreundlicher Strategien innerhalb der Kirche für dringend geboten. Denn Täter mussten selbst bei Bekanntwerden ihrer Taten wenig befürchten: Bei lediglich einem Drittel aller Beschuldigten wurde ein kirchenrechtliches Verfahren eröffnet. Von diesen Verfahren endete ein Viertel mit keinerlei Sanktionen. Vielfach wurden Täter in eine andere Gemeinde versetzt, ohne diese zu informieren. Damit nahmen die Verantwortlichen wissentlich in Kauf, dass weitere Kinder sexueller Gewalt ausgeliefert wurden.

Details:
Datum: 25.09.2018
Copyright: © Aufarbeitungskommission
Kategorien: Kirche, Publikation