Sexueller Kindesmissbrauch in Schulen

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs untersucht auch sexuelle Gewalt in der Schule. Sie will herausfinden, welche Bedingungen den Missbrauch an Schulen ermöglicht haben, durch welche Strukturen und Haltungen Gewalt verschwiegen und die Aufklärung verhindert wurde oder ob Kindern geholfen wurde.

Betroffene berichten von sexueller Gewalt in der Schule

Die Schulzeit ist ein wichtiger Bestandteil im Leben von Kindern und Jugendlichen. Sie prägt die persönliche Entwicklung von Mädchen und Jungen maßgeblich. Es überrascht daher nicht, dass Schule in vielen Anhörungen und Berichten, die Betroffene der Kommission anvertraut haben, eine Rolle spielt. Die Kommission hat sich daher entschieden, den Bereich Schule als Themenschwerpunkt zu untersuchen. Von sexueller Gewalt betroffene Menschen thematisieren Schule auf unterschiedliche Weise: als möglicher Schutzraum, als Bildungsort aber auch als Tatort.

Obwohl ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde, hatte ich das Gefühl, dass es nur darum geht, dass die Schule keinen Schaden nimmt, und dass der Lehrer seine Pensionsansprüche behalten möchte.

Betroffener

Warum ist Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in der Schule notwendig?

Warum beschäftigt sich die Kommission mit dem Schwerpunkt Schule? Warum ist Aufarbeitung auch in diesem Bereich unserer Gesellschaft notwendig? Antworten auf diese Fragen gibt die Vorsitzende der Kommission, Sabine Andresen.

Über sexuelle Gewalt in der Schule berichten

Die Kommission möchte weitere wichtige Erkenntnisse gewinnen, damit Kinder und Jugendliche in Zukunft besser geschützt werden können. Darum ruft sie erwachsene Betroffene auf, die in ihrer Kindheit und Jugend sexueller Gewalt in der Schule ausgesetzt waren, von ihren Erfahrungen zu berichten. Auch Zeitzeuginnen oder Zeitzeugen können sich melden.

Rückenansicht einer Frau mit Rucksack. "Werden Sie los, was Sie nicht loslässt."

Aktivitäten


Werkstattgespräche

Die Kommission sprach im September 2020 mit Expertinnen und Experten zu sexuellem Kindesmissbrauch im Umfeld der Schule. Ziel der Werkstattgespräche war es zu erfahren, was für die Aufarbeitung in diesem Bereich wichtig ist. Dazu wurden verschiedene Sichtweisen auf Prävention, Intervention und Aufarbeitung an Schulen einbezogen.

Zur Meldung

Schwerpunkt sexueller Missbrauch in Grundschulzeitschrift

Eine Ausgabe der Grundschulzeitschrift mit dem Schwerpunktthema „Sexueller Missbrauch“ entstand unter Mitwirkung der Kommission. Darin ist eingeflossen, was Betroffene der Kommission berichteten, die sexuelle Gewalt in der Schule erlebt haben.

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Austausch: KMK-Präsidentin und Vorsitzende der Kommission

Anlässlich des Schwerpunktes tauschten sich die ehemalige KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und die Vorsitzende der Kommission Prof. Dr. Sabine Andresen zur Institution Schule als Schutzraum, aber auch als Tatort aus.

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Geschichten Betroffener sexueller Gewalt in der Schule

Die Schule spielt eine Rolle in vielen vertraulichen Anhörungen mit Betroffenen und in schriftlichen Berichten, die der Kommission von ihnen übermittelt wurden. Jede einzelne Geschichte zählt und kann dazu beitragen, dass sich etwas in unserer Gesellschaft verändert. Vier dieser Geschichten wurden in enger Abstimmung mit den Betroffenen zusammengefasst. Sie stehen exemplarisch für die Berichte über die Umstände und die Folgen des sexuellen Kindesmissbrauchs.
Wir möchten darauf hinweisen, dass die Berichte zum Teil Schilderungen enthalten, die verstörend sein können. Einige Worte oder Beschreibungen können Erinnerungen und negative Gefühle auslösen.

Zu den Geschichten
Cover der Betroffenengeschichten mit dem Titel "Meine Geschichte"

Als ich sieben Jahre alt war, geschah dann der sexuelle Missbrauch. Ein Lehrer holte mich nach dem Unterricht zurück ins Klassenzimmer, lobte mich und sagte mir, dass ich ganz besonders für ihn sei. Ich war empfänglich für seine Zuneigung, die ich zu Hause nicht erfuhr.

Betroffene
Kampagnenmotiv von UBSKM mit dem Slogan "Wie gehe ich an, was alle angeht?" und einer Schultafel und einem X mit dem Text "Kein Raum für Missbrauch"

Schutz vor sexualisierter Gewalt in der Schule

Kinderschutz muss im Schulalltag selbstverständlich sein. Darum unterstützt die Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ des UBSKM Schulleitungen und Kollegien dabei, Schutzkonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Zur Internetseite der Initiative