Sexueller Kindesmissbrauch in der Familie

Sexueller Kindesmissbrauch findet am häufigsten in der Familie statt. Betroffene, die sich der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs anvertrauen, berichten von sexueller Gewalt durch Väter, Mütter, Großväter, Stiefeltern, Geschwister oder andere Verwandte sowie durch Pflegeeltern.

Kinder und Jugendliche schutzlos ausgeliefert

Es braucht eine systematische und gesamtgesellschaftliche Aufarbeitung, um für mögliche Risiken innerhalb der Familie zu sensibilisieren. Die Familie ist meist der erste und zentrale Ort des Aufwachsens. Hier sind Kinder sehr darauf angewiesen, geschützt, umsorgt und geliebt zu werden. Vielfach wird davor zurückgeschreckt, in den Privatraum Familie einzugreifen, etwa als Nachbarin oder Nachbar. Das Recht auf Privatheit ist ein hohes Gut, aber es darf nicht dazu führen, dass von Gewalt betroffenen Kindern nicht geholfen wird.

Infografik mit Zahlen der Anhörungen und Berichte aus dem Bereich Familie: 680 Anhörungen und 196 Berichte.

Vertrauliche Anhörungen & schriftliche Berichte

876 Betroffene sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen haben sich bisher bei der Kommission gemeldet und über sexuellen Kindesmissbrauch innerhalb der Familie berichtet (Stand Juni 2020).

Gleichzeitig zu lieben und zu hassen, kann schwer sein. Die Bindung zum Vater kann man nicht einfach kappen, das können die wenigsten verstehen. Ich habe trotzdem eine Entscheidung getroffen. Für mich. Gegen ihn.

Betroffene

Die Erkenntnisse der Kommission im Schwerpunkt Familie

Sexueller Kindesmissbrauch in der Familie war einer der Schwerpunkte der ersten Laufzeit der Kommission. Die Thematik wird auch in der zweiten Laufzeit fortgesetzt. Die bisherigen Erkenntnisse aus den vertraulichen Anhörungen, schriftlichen Berichten, Werkstattgesprächen und dem öffentlichen Hearing hat die Kommission in verschiedener Form veröffentlicht.

Zwischenbericht

Bereits in ihrem Zwischenbericht im Jahr 2017 hat die Kommission den Schwerpunkt Familie gesetzt.

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Bilanzbericht

Im April 2019 hat die Kommission den Bilanzbericht ihrer ersten Laufzeit herausgegeben und darin auch Erkenntnisse zu sexuellem Kindesmissbrauch in der Familie veröffentlicht.

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Forschungsprojekt

„Gesellschaftliche Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder in der Familie“

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Vier Menschen sitzen auf einer Bühne. Das Publikum hört zu.

Öffentliches Hearing

Im Januar 2017 hat die Kommission ihr erstes öffentliches Hearing zu sexuellem Kindesmissbrauch in der Familie durchgeführt.

Zur Meldung

Besuch im Familienausschuss

Die Vorsitzende der Kommission und die damaligen ständigen Gäste Matthias Katsch und Tamara Luding aus dem Betroffenenrat haben im Dezember 2016 an einer Sitzung des Familienausschusses des Deutschen Bundestages teilgenommen. Sie berichteten über die Arbeit der Kommission und erklärten, warum die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs notwendig ist.

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Drei Menschen lächeln in die Kamera.