Julia Gebrande zur neuen Vorsitzenden der Aufarbeitungskommission ernannt


Berlin, 22.01.2024 - Die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Kerstin Claus, hat Prof. Dr. Julia Gebrande zur neuen Vorsitzenden der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs ernannt. Gleichzeitig berief sie die Soziologin und Pflegefachkraft Dr. Ulrike Hoffmann als neues Mitglied der Kommission.


Kerstin Claus, Ulrike Hoffmann und Julia Gebrande mit Ernennungsurkunden und Blumenstrauß

Prof. Gebrande lehrt und forscht an der Hochschule Esslingen mit den Schwerpunkten Prävention, Intervention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und Soziale Arbeit nach traumatischen Erfahrungen.

Es ist mir ein großes Anliegen, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Kommission die Gesellschaft und die Politik für die zentrale Bedeutung zu sensibilisieren, die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs für das Heute und Morgen im Kinderschutz innehat.

Julia Gebrande

Den Kern der Arbeit der Kommission stellten für sie nach wie vor die Berichte der Betroffenen dar, erläuterte sie. Auf dieser Grundlage möchte sie die Aufarbeitung in Deutschland in den nächsten zwei Jahren mit einer starken Betroffenenbeteiligung voranbringen und sich weiterhin für die Anerkennung erlittenen Unrechts einsetzen.

Zudem wurde heute Dr. Ulrike Hoffmann, Sozialwissenschaftlerin und Leiterin der Arbeitsgruppe „Wissenstransfer, Dissemination, E-Learning" an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm als neues Kommissionsmitglied berufen. Mehr über Ulrike Hoffman erfahren Sie in unserem Antrittsinterview.

Kerstin Claus, Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), betonte, damit könne die Kommission nach dem Ausscheiden von Dr. Christine Bergmann Ende 2023 ihre Arbeit nahtlos mit sieben Mitgliedern fortsetzen. Mit den vertraulichen Anhörungen von Betroffenen, den öffentlichen Hearings sowie Expertisen und Forschungsvorhaben fordere die Kommission immer wieder zentrale politische und gesellschaftliche Aufarbeitungsprozesse ein, rücke die Perspektive von Betroffenen in den Fokus und trage damit maßgeblich zur Sensibilisierung und Aktivierung von Politik und Gesellschaft bei. Es ist dringend notwendig, dass diese wichtige unabhängige Struktur zur Aufarbeitung auf Bundesebene weiter gestärkt werde. Dafür will sich Claus im Rahmen des UBSKM-Gesetzes, das in der Federführung des Bundesfamilienministeriums umgesetzt wird, einsetzen.

Dr. Ulrike Hoffmann hat die Arbeit der Unabhängigen Aufarbeitungskommission schon lange verfolgt und freut sich nun, in diesem wichtigen Gremium mitarbeiten zu dürfen.

Ein zentrales Anliegen ist für mich, Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in der DDR fortzuführen, da ich selbst dort geboren und aufgewachsen bin. Weiterhin ist für mich von besonderer Bedeutung, die wichtigen Arbeitsergebnisse der Kommission noch stärker zu verbreiten und in die Praxis zu tragen.

Ulrike Hoffmann

Die Soziologin ist im Bereich der Fort- und Weiterbildung tätig und will dort die Erkenntnisse aus den Anhörungen und Berichten von Betroffenen, den Expertisen und Forschungsprojekten einbinden. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist Gewalt im medizinisch-therapeutischen Kontext. Deren Aufarbeitung möchte sie auch in die Arbeit der Kommission einbringen.

Der Betroffenenrat bei der UBSKM freut sich auf die künftige Zusammenarbeit und würdigte besonders, dass Dr. Hoffmann Kenntnisse aus der digitalen Arbeit mitbringt.

Foto: ©Tom Ben Guischard


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