Venerologische Stationen

Was waren Venerologische Stationen?

Die Geschlossenen Venerologischen Stationen der DDR waren Orte, an denen in der Nachkriegszeit Mädchen und Frauen ab zwölf Jahren zwangseingewiesen wurden, wenn der Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit bestand. Die Gründe für Zwangseinweisungen änderten sich in den 1960er Jahren von medizinischer zu eher sozialer Indikation, insbesondere für minderjährige Mädchen. Nun galt sogenannte „Herumtreiberei“ als Grund für den Verdacht auf Geschlechtskrankheiten und eine Zwangseinweisung. Die Bedingungen in diesen Einrichtungen waren oft grausam und geprägt von Erniedrigungen, Gewalt und täglichen schmerzhaften gynäkologischen Zwangsuntersuchungen. Oft lag keine medizinische Indikation für eine Einweisung vor. Die Aufenthaltsdauer von durchschnittlich vier bis sechs Wochen konnte als Strafmaßnahme auf bis zu zwölf Wochen verlängert werden. Geschlossene Venerologische Stationen der DDR gab es in Berlin, Dresden, Erfurt, Frankfurt (O.), Gera, Halle (Saale), Chemnitz/Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Rostock und Schwerin.

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