Jugendwerkhöfe

Was waren Jugendwerkhöfe?

Die (geschlossenen) Jugendwerkhöfe der DDR waren Einrichtungen im System der Spezialheime für Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren. Diese wurden von den DDR-Behörden als „schwer erziehbar“ eingestuft. In diese Kategorie fielen auch Jugendliche, die sich nicht anpassen wollten oder dem sozialistischen Ideal nicht entsprachen. Die schulische Ausbildung spielte eine stark untergeordnete Rolle, im Vordergrund stand die „Arbeitserziehung“. Viele Jugendwerkhöfe waren direkt an Betriebe angegliedert, die die Jugendlichen minimal entlohnten und sie als billige Arbeitskräfte auch im Schichtdienst ausbeuteten.

Jugendwerkhöfe waren geschlossene Institutionen, in denen es ein extremes Machtgefälle und allgegenwärtige physische Gewalt gab. Ein ideologisch begründeter Erziehungsauftrag der Heime führte zu Willkür der Täter*innen und einem extremen Ausgeliefertsein der Betroffenen. Der Alltag der Jugendlichen war penibel reguliert. Es gab viele Strafen, und die Allmacht der Erziehenden richteten sich gegen die Körper und Psyche der Heranwachsenden. Das bedeutete, dass auch sexuelle Gewalt ausgeübt, verdeckt, normalisiert werden konnte.

Die Jugendwerkhöfe in der DDR waren ein geschlossenes System innerhalb der geschlossenen DDR. Für die doppelt Eingeschlossenen führte auch eine erfolgreiche Flucht bestenfalls nur bis zur DDR-Grenze. Ehemalige Heimkinder aus den Jugendwerkhöfen wurden in der Gesellschaft oft stigmatisiert und als kriminell angesehen. Darunter leiden die Betroffenen noch heute.

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