
Christine Bergmann
Geboren am 7. September 1939 in Dresden
Christine Bergmann war von 2016 bis 2023 Mitglied der Aufarbeitungskommission.
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen war stets Teil ihrer politischen Arbeit. Das Thema häusliche Gewalt hatte in ihrer Zeit als Senatorin für Arbeit und Frauen in Berlin Priorität. Mit der Umsetzung von Kinderrechten, insbesondere dem Schutz von Kindern vor Gewalt, befasste sie sich als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von 1998 bis 2002. In dieser Zeit arbeitete sie u.a. daran mit, dass das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung gesetzlich verankert wurde und dass ein Aktionsplan gegen Gewalt in Kraft trat. Daneben beteiligte sie sich an verschiedenen internationalen Aktivitäten gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern.
Wir müssen noch viel mehr erfahren. Vor allem von den Betroffenen, um sexuellen Missbrauch besser verhindern zu können.
2010 wurde sie von der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem sogenannten Missbrauchsskandal und der Einrichtung eines Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ zur Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs berufen. 2011 legte sie den Abschlussbericht mit Empfehlungen für den Runden Tisch vor. Bis 2019 war sie Mitglied im Fachbeirat des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.
Beruflicher Werdegang
- 1958 – 1963 Studium der Pharmazie an der Karl-Marx-Universität Leipzig
- 1967 – 1990 Mitarbeiterin am Institut für Arzneimittelwesen der DDR
- 1990 – 1991 Präsidentin der Stadtverordnetenversammlung Ost-Berlin
- 1991 – 1998 Bürgermeisterin von Berlin und Senatorin für Arbeit, berufliche Bildung und Frauen
- 1998 – 2002 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- 2010 – 2011 Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs
- seit 2016 Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
Christine Bergmann arbeitete mit im Beirat der Begleitforschung Hilfetelefon Sexueller Missbrauch der Kinder- und Jugendpsychiatrie/ -psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm, im Beirat beim Forschungsverbund TESTIMONY – Erfahrungen in DDR-Kinderheimen, Bewältigung und Aufarbeitung, im Beirat des Projektes „Auf! – Aufarbeitung und Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch in Einrichtungen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg“ der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ -psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm, sowie im Beirat des Forschungsverbundes Gesundheitliche Langzeitfolgen von DDR-Unrecht. Sie war Vorsitzende des Beirates der Unabhängigen Aufarbeitungskommission am Universitätsklinikum Saarland.