Bundesweiter Aufruf an erwachsene Betroffene sexueller Gewalt in der Schule gestartet


28.04.2021 - Die Kommission startet heute einen Aufruf, mit dem sie Menschen erreichen will, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt in der Schule erfahren haben. Auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind aufgerufen, sich zu melden.


Eine erwachsene Frau trägt einen Schulranzen

„Werden Sie los, was Sie nicht loslässt. Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen!“ Mit dieser Botschaft will die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs Menschen erreichen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt in der Schule erlebt haben. Auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, wie Angehörige, Freunde oder Lehrerinnen und Lehrer, die von sexuellem Kindesmissbrauch in der Schule berichten können, sind aufgerufen, sich zu melden und von ihren Erfahrungen zu berichten.

Die persönlichen Geschichten von Betroffenen haben eine besondere Kraft und bilden die Grundlage unserer Arbeit. Durch sie können wir erfahren, was von sexueller Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche an ihrer Schule erlebt haben. Aber auch Zeitzeugen sind wichtig, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie mit Grenzverletzung und sexueller Gewalt im Kontext Schule umgegangen wurde.

Sabine Andresen, Vorsitzende der Kommission

Viele Betroffene sprechen über ihre Erfahrungen in der Schule. Manche haben ihre Schule als einen Schutzort erlebt, insbesondere wenn sie in der Familie sexuelle Gewalt erlitten und durch Lehrkräfte Hilfe erfahren haben. Allerdings haben der Kommission Betroffene auch sexuelle Gewalterfahrungen in Schule anvertraut. In diesen Berichten über Schule als Tatort wird vor allem von Übergriffen durch Erwachsene gesprochen. In einigen Fällen waren auch Mitschülerinnen und Mitschüler übergriffig. Einige Betroffene berichten auch davon, dass sie Hilfe bei anderen Lehrerinnen und Lehrern suchten, sie aber meist nicht erhalten haben.

Die Schule ist ein zentraler Ort für alle Kinder und Jugendlichen. Darum setzt die Kommission mit ihrer Arbeit hier einen neuen Schwerpunkt. Sie will untersuchen, welche Bedingungen den Missbrauch an Schulen ermöglicht haben, welche Strukturen und Haltungen dazu beigetragen haben, dass Gewalt verschwiegen und die Aufklärung verhindert wurde. Sie möchte auch herausfinden, auf welche Art und Weise betroffenen Kindern geholfen wurde und woran Hilfe gescheitert ist.

Um dieses Wissen zu erlangen, sind die Erfahrungen von Betroffenen, aber auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wichtig. Der Aufruf und eine begleitende Kampagne sollen dabei helfen, diese Menschen zu erreichen und zu ermutigen, sich bei der Kommission zu melden und sich anzuvertrauen. 

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