Vertrauliche Anhörung

Was ist eine vertrauliche Anhörung?

Im Zentrum der Arbeit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs stehen die vertraulichen Anhörungen von Betroffenen. Diese finden in einem sicheren und geschützten Rahmen statt und dauern ca. zwei Stunden. Die Anhörungen werden von zwei Mitgliedern der Kommission oder durch Anhörungsbeauftragte durchgeführt.

Was ist das Ziel einer vertraulichen Anhörung?

Ziel der vertraulichen Anhörungen ist es zu erfahren, welche Bedingungen die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Bereichen, z.B. innerhalb der Familie oder in Institutionen, begünstigt oder auch verhindert haben. Zudem soll die Möglichkeit geschaffen werden, auch verjährtes Unrecht mitzuteilen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse und mithilfe der individuellen Geschichten werden Handlungsempfehlungen an die Politik übermittelt und eine gesellschaftliche Auseinandersetzung angestoßen. Da sexueller Missbrauch in allen sozialen Schichten und in allen Bereichen stattfindet, in denen sich Kinder aufhalten, ist es von großer Bedeutung, Betroffene bei der Aufarbeitung zu unterstützen.

Wer kann an einer Anhörung teilnehmen?

An einer Anhörung können Betroffene, Angehörige oder Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ab dem Alter von 16 Jahren teilnehmen.

Gibt es Möglichkeiten zur Unterstützung vor, während und nach der Anhörung?

Zur Anhörung können ein Freund oder eine Freundin, ein Familienmitglied oder eine andere Person zur Unterstützung mitgebracht werden. Ausgewählte Fachberatungsstellen bieten bei Bedarf vor, während und nach der Anhörung psychosoziale Unterstützung an. Die Anhörung kann jederzeit, auch ohne Angabe von Gründen, beendet werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Ablauf und zur Dokumentation der vertraulichen Anhörung.