Verfahren der katholischen Kirche zur Entschädigung Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs muss transparent sein


06.03.2020 Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs fordert die Deutsche Bischofskonferenz auf, das Verfahren der Entschädigung und die Aufarbeitung in allen 27 Bistümern an den Rechten Betroffener auszurichten.


Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat gestern ihr neues Vorgehen zur Anerkennung des Leids Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs vorgestellt. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs erkennt an, dass die DBK ein verändertes Konzept vorgelegt hat, um das durchgängig kritisierte bisherige Modell zu verbessern. Das ist ein wichtiger Schritt. Ungeachtet dessen, fordert die Kommission von der DBK Transparenz über ihre Entscheidung, die Vorschläge der von ihr eingesetzten unabhängigen Arbeitsgruppe, die im Herbst zusammen mit Bischof Ackermann einen Vorschlag zu Entschädigungszahlungen vorgelegt hat, nicht zu berücksichtigen. Dieser ging deutlich über die jetzt im Raum stehenden Anerkennungssummen hinaus.

Unverzichtbar für einen gelungenen Prozess der Entschädigung ist ein transparenter, partizipativer und respektvoller Umgang mit Betroffenen. Wie dieser genau gestaltet werden soll, ist bislang nicht klar. Auch die Ausführungen der DBK in ihrem Konzept zu dem „umfassenden kirchlichen Angebot für Betroffene“ bleiben vage. Die Kommission fordert, Betroffene konsequent in den Gestaltungsprozess zu Aufarbeitung und Entschädigung einzubeziehen.

Wenn die Kirche ihren Reformprozess glaubwürdig beschreiten will, bedarf es dringend eines umfassenden Gesamtkonzeptes für die Aufarbeitung in allen Bistümern. Jedes der 27 Bistümer muss Verantwortung übernehmen und eine unabhängige Aufarbeitung beginnen. Diese muss an den Rechten von Betroffenen ausgerichtet sein. Die umfassende Verantwortungsübernahme ist eine zentrale Botschaft, die betroffene Menschen der Kommission in Anhörungen mitteilen.


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