Kontexte sexuellen Kindesmissbrauchs

Sexueller Kindesmissbrauch geschieht überall dort, wo sich Kinder aufhalten. Einzelne dieser Kontexte werden hier genauer erklärt.

Familie

Täter und Täterinnen sind Eltern, Geschwister und Verwandte jeglichen Verwandtschaftsgrades sowie solche im Stief- oder Pflegeverhältnis. Zum familiären Kontext gezählt werden auch Lebensabschnittsgefährten und -gefährtinnen oder Lebenspartner und -partnerinnen der Eltern.

Soziales Umfeld

Täter und Täterinnen sind Personen, die über einen gewissen Zeitraum regelmäßig Umgang mit der von sexuellem Missbrauch betroffenen Person und/oder deren Familie haben wie Nachbarn, Freunde und Bekannte der Familie, Schulkameraden, eigene Freunde oder die der Geschwister sowie Eltern von Freunden.

Institution

Täter und Täterinnen sind hauptamtliche oder ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Leitungspersonen in Institutionen wie Schulen, Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften, Vereinen (im Sport, aber auch in anderen Freizeitbereichen), Heimen, Jugendwerkhöfen, Kliniken, Arzt- und Therapiepraxen und Kindertagesstätten bzw. Kindergärten.

Fremdtäter und Fremdtäterinnen

Fremdtäter und Fremdtäterinnen sind Personen, die keinerlei persönlichen Bezug zur von sexuellem Missbrauch betroffenen Person haben. Nicht einbegriffen sind hier Täter und Täterinnen aus dem Bereich ritueller oder organisierter sexueller Gewalt.

Sexueller Missbrauch in organisierten Strukturen (organisierte Gewalt)

Mindestens eines der folgenden Kriterien ist erfüllt: a) Mehrmalige gemeinschaftliche Übergriffe, b) Weitergabe der Kinder an Dritte, c) Taten in Gewinnerzielungsabsicht.

Sexueller Missbrauch in organisierten rituellen Strukturen (rituelle Gewalt)

Systematische Anwendung schwerer körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt in Gruppierungen mit einer (schein-)ideologischen, sektenähnlichen oder religiös geprägten Sinngebung oder Rechtfertigung für ihr kriminelles Handeln.