Vorstellung bei Berliner Frauenbeauftragten
01.12.2025 – Kommissionsmitglied Barbara Kavemann hat die Arbeit der Aufarbeitungskommission beim Treffen der neu gewählten Frauenbeauftragten in Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderungen vorgestellt. Bei dem Treffen wurden die Frauenbeauftragten umfangreich über Berliner Gewaltschutzprojekte informiert. Frauen mit Behinderungen sind weitaus häufiger von Gewalt betroffen als Frauen ohne Behinderungen.

In ihrem Grußwort stellte Barbara Kavemann heraus, wie häufig behinderte Frauen gewaltbetroffen sind. Frauen mit Lernschwierigkeiten erleben oft Übergriffe in Werkstätten, aber auch in Partnerschaften. Viele haben aber auch als Kind oder Jugendliche sexuellen Missbrauch erlebt. Damit können sie sich auch als Erwachsene noch schlecht fühlen. An dieser Stelle seien die Frauenbeauftragten wichtig als Ansprechpartnerinnen. Sie können zum Beispiel Betroffenen dabei helfen, sich für eine Anhörung bei der Aufarbeitungskommission anzumelden.
Im Anschluss an die Grußworte von Barbara Kavemann und der Berliner Behindertenbeauftragten, Christine Braunert-Rümenapf, lernten die Teilnehmerinnen in Workshops die Arbeit der Berliner Gewaltschutz-Hotline BIG kennen, die Arbeit der Fachstelle „Gewaltschutz- Einfach machen“, sowie die Arbeit von zwei Ansprechpartnerinnen der Berliner Polizei. Alte und neu gewählte Frauenbeauftragte tauschten Erfahrungen bei der Beratung von gewaltbetroffenen Frauen aus.
Seit 2017 muss es in jeder Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) eine Frauenbeauftragte aus den Reihen der Beschäftigten geben. So steht es im Bundesteilhabegesetz. Die Frauenbeauftragten genießen oft hohes Vertrauen in der Belegschaft und sind aus diesem Grund oft die ersten Ansprechpartnerinnen, wenn Frauen von Gewalterfahrungen erzählen wollen. Die Aufarbeitungskommission hat in der Vergangenheit bereits mehrfach auf Einladung von Frauenbeauftragten in Werkstätten über ihre Arbeit berichtet.
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