Treffen mit Zeugen Jehovas zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs


16.11.2021 - Mitglieder der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs trafen sich zu einem Austausch mit den Zeugen Jehovas, um über den Umgang mit zurückliegenden Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs und die Aufarbeitung in der Glaubensgemeinschaft zu sprechen.


Seit 2016 haben sich fast 3.000 betroffene Menschen und andere Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die von sexuellem Kindesmissbrauch berichten können, an die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs gewandt. Auch ehemalige Mitglieder der Zeugen Jehovas haben sich der Kommission anvertraut und von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Glaubensgemeinschaft berichtet. Die Kommission beschäftigt sich daher auch mit der Aufarbeitung in diesem Bereich.

Aus diesem Anlass trafen sich die Kommissionsmitglieder Matthias Katsch und Prof. Dr. Heiner Keupp am 12. November 2021 mit Mitgliedern der Leitung der Zeugen Jehovas aus dem Zweigbüro in Selters/Taunus zu einem ersten digitalen Austausch. Die Teilnehmenden der Zeugen Jehovas erläuterten, welche Maßnahmen innerhalb der Gemeinschaft zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs und der Intervention bei aktuellen Fällen angewendet werden. Der Umgang mit erwachsenen Betroffenen, die Aufklärung und Aufarbeitung von zurückliegenden Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs sowie die Umsetzung der Empfehlungen der Kommission für Aufarbeitungsprozesse in Institutionen konnten aus Sicht der Kommission von den Zeugen Jehovas nicht ausreichend dargelegt werden. Die Kommission will sich weiter mit dem Thema beschäftigen und dazu erneut das Gespräch mit der Leitung der Zeugen Jehovas suchen. Das ist sie auch Betroffenen schuldig, die sich mit ihren Erfahrungen an die Kommission gewandt haben.


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