Aufarbeitungskommission beim Runden Tisch Kinderschutz


Berlin, 11.05.2026 - Heute fand in Berlin der zweite „Runde Tisch Kinderschutz“ der World Childhood Foundation und UBSKM in Berlin statt. Die Aufarbeitungskommission des Bundes hat sich an der Veranstaltung beteiligt und gemeinsam mit weiteren Expert*innen Handlungsempfehlungen für einen verbesserten Kinderschutz in Deutschland vorgelegt.


Die Teilnehmenden des Runden Tischs stehen für ein Gruppenfoto zusammen. Im Zentrum Königin Silvia, Elke Büdenbender und Julia Gebrande.
© Dominik Butzmann/BMFSFJ/photothek.de

Wie können verschiedene Fachgebiete wie Gesundheit, Medizin, Strafverfolgung, Justiz und Jugendhilfe stärker zusammenarbeiten, um Kinder und Jugendliche besser vor sexueller Gewalt zu schützen? Mit dieser Frage beschäftigte sich heute der „Runde Tisch Kinderschutz“, zu dem die World Childhood Foundation Deutschland (WCFD) gemeinsam mit der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM) eingeladen hatte. Mitglieder der Aufarbeitungskommission des Bundes, Betroffenenvertreter*innen und weitere Expert*innen kamen zusammen, um konkrete Handlungsbedarfe zu diskutieren und Empfehlungen für den Kinderschutz in Deutschland zu formulieren. Die Ergebnisse der Veranstaltung fließen in ein Handlungspapier, das der Bundesregierung übergeben wird.

Der Runde Tisch fand unter Schirmherrschaft von Ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden, Gründerin der World Childhood Foundation, und Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten statt und knüpfte an die Veranstaltung im Jahr 2024 in Schloss Bellevue an. Die Begegnungen mit Kindern, deren Rechte verletzt worden seien, haben ihr Leben geprägt, sagte die Königin, und seien Ausgangspunkt ihres Engagements für den Kinderschutz. In sechs parallelen Fachforen diskutierten die Teilnehmenden Herausforderungen und Lösungsansätze in den Bereichen Gesundheit, Ökonomie und Finanzen, Recht und Rechtsstaat, Jugendhilfe und Soziales, Opferschutz und Innere Sicherheit sowie Wissenschaft und Bildung.

Im Fachforum Gesundheit ging es um die Folgen, wenn Probleme bei Kindern zu spät erkannt werden. Außerdem wurde über die Finanzierung von Kinderschutz und die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Jugendhilfe gesprochen. Im Fachforum Wirtschaft stand die Frage im Mittelpunkt, welche Kosten für die Gesellschaft entstehen, wenn zu spät gehandelt wird. Auch über falsche Anreize in der Finanzierung wurde diskutiert. Im Fachforum Recht und Justiz ging es um lange Verfahren, die Betroffene zusätzlich belasten, und darum, wie Gerichtsverfahren kindgerechter gestaltet werden können.

Weitere Themen waren die Belastungen in der Jugendhilfe und Sozialarbeit, der Schutz vor digitaler Gewalt und die bessere Nutzung von Forschungsergebnissen in der Praxis und in Schulen. In allen Foren wurde betont, wie wichtig es ist, die Meinung der Betroffenen in Entscheidungen einzubeziehen. Am Ende wurde klar: Guter Kinderschutz braucht verbindliche Zusammenarbeit. Viele Teilnehmer*innen sagten, dass Prävention, frühzeitige Intervention sowie Hilfe und Unterstützung langfristig und über alle Bereiche hinweg geplant werden müssen.

„Kinder und Jugendliche müssen vor Ort geschützt werden, deshalb sollte es in allen Bundesländern eine Landesbeauftragte gegen sexuelle Gewalt, einen Betroffenenrat und eine Aufarbeitungskommission geben. Die Erfahrung zeigt, dass Betroffene meist am besten wissen, wo es Schutzlücken gibt. Wir müssen sicherstellen, dass diese Expertise bottom-up zu den Entscheidungsträger*innen gelangt.“ Julia Gebrande, Vorsitzende der Aufarbeitungskommission des Bundes

Hintergrund:
Die World Childhood Foundation wurde 1999 von Königin Silvia von Schweden gegründet. Die Stiftung setzt sich weltweit dafür ein, Kinder und Jugendliche wirksam vor (sexueller) Gewalt und Ausbeutung zu schützen und ihre Rechte zu stärken.


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