Abschlussbericht der australischen Aufarbeitungskommission zeigt erschreckendes Ausmaß

Berlin, 16.12.2017. Der gestern veröffentlichte Abschlussbericht der australischen Kommission (Royal Commission into Institutional Responses to Child Sexual Abuse) zeigt auf, in welchem erschreckenden Ausmaß sexueller Kindesmissbrauch in Institutionen stattgefunden hat, das Versagen der Institutionen, die Kinder zu schützen, die ihnen anvertraut wurden und ihr Jahrzehnte langes Vertuschen und Leugnen aber auch das Wegsehen der gesamten Gesellschaft. Die Kommission hat hier in einem enormen Kraftakt über fünf Jahre hinweg Erstaunliches geleistet: Sie hat über 8000 vertrauliche Anhörungen und knapp 60 öffentliche Anhörungen durchgeführt sowie über 1300 schriftliche Berichte ausgewertet.
Der politische Wille der australischen Regierung hier wirklich eine Veränderung durchzuführen, zeigte sich schon allein an dem hohen Budget, das der Kommission zur Verfügung stand.

„Wichtig ist aber vor allem, dass die australische Regierung und die betreffenden Institutionen wie zum Beispiel die katholische Kirche jetzt die Empfehlungen der Kommission zügig umsetzen und dass die Gesellschaft für das Thema sensibilisiert wird“, so Prof. Dr. Sabine Andresen, Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs.

Das Vorgehen der Kommission in Australien und die Ergebnisse des Abschlussberichtes bieten eine wichtige Orientierung für die Unabhängige Aufarbeitungskommission. Im Juni 2018 findet das dritte öffentliche Hearing der Kommission statt dieses Mal zum Schwerpunkt Kirchen. Im März 2019 wird sie ihren Bilanzbericht veröffentlichen.

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