Studie

„Unabhängige Aufarbeitung von Vorkommnissen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“

Organisationstrukturelle und konstitutive Bedingungen von Tätersystemen, Täterstrategien und Täternetzwerken in institutionellen Kontexten – Analyse und wissenschaftliche Aufbereitung der Ergebnisse für die akademische Ausbildung von Fachkräften und für die Prävention

Pädagogische Einrichtungen dienen dem besonderen Schutz, der Fürsorge und der Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Die Studie geht der Frage nach: Wie wird sexueller Missbrauch junger Menschen aber gerade hier möglich? Dabei wird besonders das jeweilige Tatumfeld in den Blick genommen, denn selten werden die pädosexuellen Verbrechen von verirrten Einzeltätern verübt. Allzu häufig haben diese Taten vielmehr System und Methode: Fast immer gibt es Mitwissende, fast immer gibt es aktive wie passive Unterstützerinnen und Unterstützer, Zeuginnen und Zeugen. Es gibt Ermöglichungsbedingungen, die sich in der Organisationslogik der Einrichtung finden lassen. Und es gibt häufig auch manifeste Tätersysteme.

Daneben werden weitere Fragen aufgeworfen: Wie sehen solche konspirativen Strukturen und Netzwerke der Ermöglichung, Duldung und Verdeckung dieser Übergriffe aus, wie lassen sie sich frühzeitig identifizieren und wie verhindern? Welche Mechanismen der Entschleunigung, der Blockade und Verhinderung von Verbrechensaufklärung gibt es? Und welche Rückschlüsse ziehen wir daraus für die Prävention?

Die Studie wird durchgeführt von Prof. Dr. Jens Brachmann, Professor für Allgemeine Pädagogik und Historische Wissenschaftsforschung an der Universität Rostock. Jens Brachmann war bis September 2017 Mitglied der Kommission.

Laufzeit des Projekts: 01.06.2016 – 31.12.2018

Das Projekt wurde über Mittel der Kommission finanziert.