Sabine Andresen (Vorsitzende)

Kommissionsvorsitzende Sabine Andresen schaut lächelnd in die Kamera.

Mit der Aufarbeitung hoffe ich, dass wir lernen, Schutz und Selbstbestimmung von Kindern besser gewährleisten zu können.

Sabine Andresen

Seit 2012 habe ich mich für eine auf Bundesebene angesiedelte Kommission zur systematischen Aufarbeitung von Kindesmissbrauch eingesetzt. Als Professorin für Sozialpädagogik und Familienforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main publiziere ich regelmäßig über sexuellen Missbrauch in Institutionen und Familien. Ich bin Mitglied der wissenschaftlichen Fachgesellschaft (Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft DGfE). Von 2010 bis 2012 gehörte ich der Expertenkommission des 14. Kinder- und Jugendberichts der Bundesregierung an. Zudem war ich bis 2019 Mitglied des Beirats des Unabhängigen Beauftragten und bin jetzt Mitglied im Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen.

Ich bin derzeit an keinem institutionellen Aufarbeitungsprozess, z.B. im Bereich der Kirchen, beteiligt, aber Mitglied im Beirat des Projekts Aufarbeitung des Missbrauchs an Minderjährigen im Bistum Münster, Koordination Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Seit 2011 bin ich Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB). Dort habe ich von 2014 bis 2016 eine Arbeitsgruppe zu Aufarbeitung geleitet. Der DKSB hat ein Studie an das Göttinger Institut für Demokratieforschung in Auftrag gegeben, Titel: "Umfang, Kontext und Auswirkungen pädophiler Forderungen innerhalb des Deutschen Kinderschutzbundes" (2015). Die interne Arbeitsgruppe hat einen Aufarbeitungsprozess in Gang gebracht und wurde in eine Strukturkommission überführt, um strukturelle Schwachstellen bearbeiten zu können. Außerdem bin ich Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und bringe dort u.a. die Thematik Aufarbeitung sexueller Gewalt in Familien ein.

Beruflicher Werdegang
  • 1986 - 1990 Lehramts-Studium (Geschichte, Deutsch und Musik) in Heidelberg, 1. Staatsexamen
  • 1991 - 1994 Studium Diplompädagogik, Abschluss Diplom
  • 1997 Promotion in Erziehungswissenschaften (Dr. phil.) an der Universität Heidelberg
  • 2003 Habilitation in Pädagogik, Philosophische Fakultät der Universität Zürich
  • 2001 - 2004 Oberassistentin am Pädagogischen Institut der Universität Zürich
  • 2004 - 2011 Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld
  • seit 2011 Professur für Familienforschung und Sozialpädagogik, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Forschungsprofessur IDeA
  • seit 2016 Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
  • Februar 2017 Wahl zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz

Forschungsprojekt

"Erkenntnisse aus Anhörungen für die Zukunft bewahren" (finanziert aus Mitteln der Kommission)

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Forschungsprojekt

"Gesellschaftliche Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder in der Familie. Gesellschaftstheoretische, erziehungswissenschaftliche und familienpolitische Erkenntnisse aus den Anhörungen und schriftlichen Berichten" (finanziert aus Mitteln der Kommission)

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Verbundprojekt

"Auf-Wirkung: Aufarbeitung von Erfahrungen von Betroffenen sexualisierter Gewalt für wirksame Schutzkonzepte in Gegenwart und Zukunft" (finanziert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung)

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