Die Kommission

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs untersucht seit 2016 Ausmaß, Art und Folgen der sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR.

Aufgaben

Die Kommission untersucht sämtliche Formen sexuellen Kindesmissbrauchs in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR ab 1949. Dazu zählt z.B. sexuelle Gewalt in Institutionen, in Familien, im sozialen Umfeld, durch Fremdtäter und Fremdtäterinnen oder im Rahmen von organisierter sexueller Ausbeutung. Mit Institutionen sind alle Einrichtungen gemeint, in denen sich Kinder und Jugendliche während sie aufwachsen aufhalten können, z.B. Schule, Sportverein oder Einrichtungen der Kirchen.

Ziele

Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuell missbraucht wurden, sollen die Möglichkeit erhalten, auch nach Jahren über das erlebte Unrecht zu sprechen oder schriftlich davon zu berichten. Dadurch sollen sie die Erfahrung machen können, dass ihr Leid anerkannt wird. Auch wenn die Taten strafrechtlich oft verjährt sind, können die Folgen des sexuellen Kindesmissbrauchs im Leben der Betroffenen auch viele Jahre später noch spürbar sein. Darum ist die Möglichkeit sich mitzuteilen wichtig.

Historie & Beauftragung

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs wurde am 26. Januar 2016 vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs berufen. Die Grundlage dafür war ein Beschluss des Deutschen Bundestags vom 2. Juli 2015. Die Einrichtung einer Kommission, die sexuellen Kindesmissbrauch in Deutschland unabhängig aufarbeitet, war seit Jahren eine zentrale Forderung von Betroffenen und anderen Expertinnen und Experten.

Die Arbeit der Kommission war zunächst bis zum 31. März 2019 begrenzt. Am 12. Dezember 2018 wurde sie durch das Bundeskabinett um weitere fünf Jahre, bis Ende 2023, verlängert.

Hier erfahren Sie mehr über die Beauftragung der Kommission.

Stand Juni 2020

Wir haben als Betroffene lange in Deutschland um eine Aufarbeitungskommission gekämpft. Die Geschichten der Betroffenen werden etwas bewirken.

Matthias Katsch, Mitglied der Kommission

Wie arbeitet die Kommission?

Für die Arbeit der Kommission sind die Geschichten betroffener Menschen zentral. Die Mitglieder der Kommission hören ihnen zu oder lesen, was sie ihnen schreiben. Damit wollen sie Betroffenen und anderen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie Eltern, sonstigen Verwandten, Freundinnen und Freunden, Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit geben, sich jenseits von Therapieräumen, Institutionen oder Gerichtssälen mitzuteilen, auch wenn das erlebte Unrecht schon verjährt ist.

Es gibt verschiedene Formate, mit denen die Kommission die unterschiedlichen Bereiche sexuellen Kindesmissbrauchs untersucht:

• Vertrauliche Anhörungen von Betroffenen sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, bundesweit und dezentral
• Auswertung schriftlicher Berichte von Betroffenen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen
• Öffentliche Hearings zu Schwerpunktthemen
• Expertengespräche und Fachveranstaltungen
• Fallstudien und Expertisen
• Forschungsprojekte


Die Kommissionsmitglieder

Der Kommission gehören sieben Personen an. Die Kommissionsmitglieder setzen sich seit vielen Jahren für die Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs ein. Sie sind Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten wie den Rechts-, Erziehungs- und Sozialwissenschaften, der Psychologie, der Medizin und der Politik. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.


Büro der Kommission

Die Kommission wird durch ein Büro unterstützt. Die Mitarbeitenden des Büros begleiten und beraten die Kommission bei ihrer Arbeit in den Bereichen Justiz, Politik, Wissenschaft, Verwaltung sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Unabhängiger Beauftragter

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, hat die Kommission 2016 eingesetzt. Grundlage dafür waren ein Beschluss des Deutschen Bundestages aber auch die langjährige Forderung von Betroffenen nach einer Kommission, die sexuellen Kindesmissbrauch unabhängig untersucht.

Zur Internetseite des UBSKM